Archive for Januar, 2015

Jan 28

DSCF1129„Die Stadt kümmert sich um Sie“ – das kann man hier an der Eingangstür  lesen.

Direkt am Bahnhof, dem Gleis gegenüber, steht das Kiosk, wo sich das Informationszentrum des Stadtrates, s.g. „Simferopoler Tourservice „befindet.

Hier kann man jede Information über Aufenthalt auf der Krim erhalten.

Es ist  kaum zu glauben, aber viele Menschen in postsowjetischen Staaten tatsächlich können erst am Bahnhof der Hauptstadt der Krim entscheiden, wo sie ihren Urlaub verbringen. Dafür existiert dieser Dienst mit speziellem erfahrenem Fachpersonal. Diese Leute stehen oft mit dem Schild gleich vor den Wagonstüren und bieten ihre Leistungen an.

DSCF2542Man vertraut normalerweise diesen Agenten, weil sie offiziell arbeiten und staatliche Preise anbieten. Manche haben ihre Stammgäste, die von Jahr zu Jahr hierher kommen und nur bei „ihrem“ Agent den Urlaub buchen. Sie können auch damit profitieren, wenn mit einer Gruppe Gäste kommen und mich anrufen :).  Man kann auch eintägigen Ausflug buchen oder Sdatrundgang.

Natürlich kann man hier auch andere Fragen stellen. So war es in vorigem Sommer, die wichtigste Frage der Gäste ,leider,  „Wo ist der Immigrationsdienst?“

Dort wurden Flüchtlinge aus Donbass empfangt. Hunderte Menschen pro Tag kamen mit solcher Bitte nach Simferopol aus Lugansk und aus Donezk, mit vielen Kindern. Über 800 000 Flüchtlinge sind während des Krieges in der Ukraine auf der Krim angekommen. Am Bahnhof wurde dafür das Hotel des weltberüemmten Pionierlager „Artek“ zur Verfügung gestellt. Von hier aus, nach der Erholung, Registrierung, nach erster Hilfe der Psychologen wurde die Leute weiter begleitet, zuerst nach Sanatorien und Erholungsheime der Krim, später aber nach Zeltlager, wenn es kein Platz gab. Viele Leute aber kamen als Gäste zu Verwandten auf Sommerferien zu Besuch, sie glaubten der Krieg wird bald enden.

Dieser Sommer hat praktisch  kein Geld der Mitarbeiter des Informationszentren gebracht, die Züge aus der Ukraine brachten keine Touristen, nur Flüchtlinge.

Aber unser Volk hatte viel Mitleid und es gab viel Freiwillige Mitarbeiter.

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Wir haben auch goldene Schokoladenmedaille verdient, was auch schön war und in guter Atmosphäre gefeiert  wurde.

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Die Züge kamen mit großer Verspätung, wir sprachen mit den Menschen aus Donbass. Das sind mutige Menschen, überwigend Frauen mit Kindern, ihre Männer kämpfen gegen ukrainischer Armee. Sie sagten, nur russische Nachrichten sagen die Wahrheit.

Später hat Ukraine die Zugverbindung zwischen der Ukraine und der Krim verboten. Der Bahnhof wurde  fast leer. Nur Vorortzüge erfüllten ihren Fahrplan.

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Die Eisenbahnfachleute standen unter Gefahr der Arbeitslosigkeit und Kündigung.

Einen neuen Lokomotiv, unser Stolz, wurde  nach Dnepropetrowsk gejagt und nicht zuruckgekehrt. Aber Rußland hat uns eigene neue Lokomotive geschenkt und unsere Eisenbahn unterstützt.

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so bekam die Krim eigene Krimeisenbahn, neue Organisation, wo die Einheimische ihre Arbeitsplätze  wieder erhalten konnten.DSCF2560

Wir,  Krimbewohner, bekamen auch neue, komfortable Vorortzüge.

DSCF2563Und wir bleiben unserer Tradition treu, mit dem Vorortzug zum Meer zu fahren. Das kann uns Kiew nicht verbieten und nicht wegnehmen.

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Und unsere  Reise mit dem Vorortzüg ist ein besonderes Erlebnis. Hier kann man volle Service  haben ohne aufzustehen, man kann schöne Landschaften im Fenster betrachten, man kann Zeitungen und Zeitschriften , frische selbstgebackene Brötchen  und Kaffe, Eis oder Bier, jede nötige und unnötige Kleinigkeiten kaufen, immer wird etwas angeboten, auch schöne Musik und Gesang hören, gratis oder kann man Spende geben. Hier verdienen Studenten und Rentner. Und das ist bunt und lustig.

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Ich liebe aber Gemütlichkeit und schöne Landschaften im Fenster, solche Hobelenmotive mit Olivenbäume zu genießen, die sich kilometerweit  ziehen und  sich mit den Meeressandstrände  wechseln.

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Das dauern etwa zwei Stunden, wird aber mit wunderschönem Badetag belohnt.

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Wir lieben diese Orte bei Jewpatoria. Die Rentner durften gratis fahren, sie treffen sich in beliebtem Wagon, hier gibt es gute Freundschaften und sogar eigene Mode und Modelle. Manche alte Damen sind richtig elegant und sind Vorbild für andere.

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Andere aber sind richtige Babuschki, oft mit Enkelkindern und haben andere werte. Wir alle haben Nostalgie um unsere Kindheit…

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Damals kamen 12 Millionen Gaeste auf die Krim pro Jahr. Diese Straende waren voll und Züge auch dicht. Unsere Familie hatte den Vorteil mit erstem Yug um 5 Uhr zu fahren, weil wir in der Nähe vom Bahnhof wohnen. Diese Erinnerungen über Morgenfrische Luft und Sonnenaufgang sind immer noch stark…

Heute reicht Platz für alle, die Gäste kamen mit dem Flugzeug über Moskau zu uns, viele Russische Reisefirmen sind Pleite gegangen, aber 4 Millionen 200 000 Gäste kamen trotzdem zu uns in diesem Jahr ab April 2014 und über 200 000 extra zu Winterfeiertage. Und das ist das gute Zeichen, weil diese Gäste Sanatorien und Erholungsheime buchen und richtiges Geld in die  Entwicklung der  Infrastruktur  investieren.

DSCF2546Fruher gab es Gäste, die rundum sparen mussten, 80% Ukrainer, und es gab sogar komische Fälle, wenn Leute nicht nur mit dem Auto und Sack Kartoffel auf die Krim  kamen, sonder auch mit lebendigen Huehnen, die frische Eier legen mussten:) Praktisch,  nicht wahr?

Jan 03

ИП7Das Jahr 2014 gehört schon zur Geschichte, die Krim ist weltbekannt geworden und immernoch ein Streitapfel. Die beiden Staaten schildern die Halbinsel auf seinen Landkarten, die Post geht über Ukraine nicht und Postkarten gehen verloren in der Ukraine. Ukraine schaltet uns das Wasser, das Licht aus, stellt die Zug- und Busverbindung ab, die Banken blockieren Visa und Masterkarten …

Aber wir,  Einheimische,  leben weiter und Russland löst unsere Probleme, wie der Zauberer, viele Leute sagen, dass sich endlich sicher fühlen und keine Angst mehr von der Zukunft haben, und es gibt wieder Lachen und Scherzen, man sagt wir haben den Staat  gewechselt ohne den Ort zu verlassen, so eine schöne Fahrt in anderes besseres Leben, wo wir schon waren und wo uns alles bekannt und klar ist, wo kann man Muttersprache sprechen, alte Traditionen pflegen, wo Kinder und Mütter geschützt vom Staat sind und über alte Leute auch gesorgt wird. Wo alle Kinder erhalten ihre Geschenke vom Ded Moros, der für jedes Kind ein Päckchen mit den Konfekt hat, egal ob Du gut oder schlecht warst, er fragt dich nicht daran wie der strenge Santa Claus, er liebt alle wie Herr Gott vielleicht oder Jesus Christus…

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Im Theater gibt es wieder  Märchenvorstellungen und während  der Winterferien kommen Schulkinder ins Theater, und man schaut alte sowjetische Filme im Fernsehen und es ist gemütlich und ruhig in den Familien, so muss doch auch normalerweise sein, oder? DSCF3384

Und man grüsst einander: „C  Nowym Godom!„ Und wünscht dabei: „C nowym stschastjem!“  Also, viel Glück für das Neue, schon 2015 Jahr!

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